Wie entstand die Idee zu Moppy und welchen Herausforderungen musste man sich stellen?

Hier das Interview mit FRANCESCA POLTI, Managing Director Polti SpA und STEFANO CAPPI Design und Development Engineering Manager, das die Entstehung des Projekts Moppy beschreibt.

Let’s start the #moppyevolution:

1. Wie entsteht die Idee zu Moppy?

SC: Die Idee zu Moppy basiert auf den Bedürfnissen des Marktes und dem Bedürfnis der eigenen Firma ein Produkt zu entwickeln, das in der Anwendung sehr einfach ist zur Reinigung der Fußbodenbelege und vom Prinzip her in die Richtung der Dampfbesen gehen soll, aber ohne Kabel arbeitet.

Von der Ursprungsidee bis zum fertigen Produkt wurden eine Reihe von Evolutionsphasen durchlebt bis das Produkt endgültig definiert war.

FP: Moppy wurde vom Markt gefordert, d.h. letztendlich vom Endverbraucher. Im Zeitraum der ersten Recherchen, die im Jahr 2012 begannen und kontinuierlich weiter verfolgt worden sind, ist der Bedarf seitens des Markts konstant geblieben: man benötigte ein Produkt, das effektiv ist, hygienisch reinigt und dabei schnell und praktisch ist, eben für die tägliche Reinigung. Die Elemente, die hierfür immer das größte Hindernis waren, sind immer die gleichen: das Elektrokabel und das Gewicht.

Moppy war sofort ein Projekt mit hohen Ansprüchen und Ambitionen. Die ersten Versuche, das Produkt zu realisieren, erfolgten im Jahr 2014 mit einigen Mustern aus dem Labor.

2. Was hat Sie bei der Namensgebung überzeugt?

FP: Die Wahl wurde nach einer Beratung mit 3 verschiedenen Werbeagenturen getroffen. Der Name wurde erst definiert, nachdem das Produkt fertig war und man bereits Concept- und User-Tests durchgeführt hatte (mit Prototypen, also zu einem Zeitpunkt als das Projekt schon sehr weit fortgeschritten war). Der Input, der für die Namensfindung gegeben wurde, war, die Vorteile von Moppy hervozuheben und positiv zu bewerten – einfach in der Anwendung, schnell, sympathisch, smart, intelligent und easy. Es wurden viele Vorschläge gemacht, aber Moppy hat uns mit seiner unmittelbaren Direktheit sofort beeindruckt (man assoziiert den Namen sofort mit dem Reinigen von Fußböden). Er ist leicht wieder zu erkennen, leicht zu merken und sympathisch. Zudem ist der Name an ein sehr freundliches Logo gebunden, einem Smiley, das sehr vielseitig ist uns sich hervorragend für den Einsatz für viele Arten von Kommunikation eignet.

3. Was war der kritischste Punkt bei der Entwicklung dieses Produktes?

SC: Der kritischste Punkt präsentierte sich von Vornherein bei diesem Konzept, welche Stromquelle eignete sich am besten. Die Anfangsidee, die unsere Firma hatte, die aber tatsächlich auf den Bedürfnissen des Marktes basierte, bestand darin, einen kabellosen Dampfreiniger zu entwickeln. Die erste hypothetische technische Lösung war ein Batteriebetrieb gewesen. In den letzten Jahren sind die Batterien immer kompakter und ökonomischer geworden. Beim Dampfreinigen hat eine Batterie aber gewisse Nachteile: das Produkt wäre sehr schwer und teuer geworden und auch nicht sehr anwenderfreundlich gewesen (ständiges Aufladen, Probleme bei der Entsorgung und eine beschränkte Arbeitsautonomie).

Somit blieb die Frage nach der richtigen Stromquelle ein prinzipielles Problem: wie transportiert man elektrische Energie, die man beim Erzeugen von Heißdampf benötigt, auf die zu reinigenden Fußböden und anderen Flächen ohne Verwendung eines elektrischen Kabels? D.h. wie bringt man Wärmeenergie in der Form von Heißdampf auf den Fußboden, die normalerweise von elektrischer Energie erzeugt wird und das bei einem Gerät, das leicht und handlich sein soll?
Es wurden somit verschiedene Studien durchgeführt und Prototypen entwickelt, die dem tatsächlichen Ziel nur zum Teil nahe gekommen sind und die immer den Nachteil hatten, das das Endprodukt an Leichtigkeit und Anwenderfreundlichkeit verlor. Diese Prototypen waren in der Tat zu groß und sperrig aufgrund nicht adäquater technischer Lösungen.

Wir schafften dann endlich den Durchbruch, indem wir die Verwendungsweise von Heißdampf vereinfachten. Der Heißdampf sollte von einer docking station (Ladestation) erzeugt und abgegeben werden und an ihr sollte man ein Mikrofaserreinigungstuch mit Heißdampf „aufladen“, d.h. tränken. Dieses nun erhitzte Tuch, das mit Heißdampf getränkt wurde, sollte Schmutz und Bakterien entfernen. Die Ergebnisse, die wir erzielt haben, haben genau dieses Kriterium erfüllt und die Nutzbarkeit und Effizienz dieser Methode und des Produktes selbst vom ersten Prototypen an bestätigt. Dieses wurde auch von externen Laboratorien validiert.

Während der Entwicklungsphase war ein anderer kritischer Punkt, ein verlässliches Produkt mit einer hohen Lebensdauer zu kreieren. Letztendlich musste eine Kalkablagerung aufgrund eines Gebrauchs über einen langen Zeitraum hinweg verhindert werden. Wir haben somit experimentelle Aufheizmodelle realisiert, wobei wir nach einem adäquaten System suchten, das bei der Verwendung von normalen Leitungswasser, das ökonomisch und immer verfügbar ist, Kalkablagerungen verhindert. Zudem benötigt Moppy im Vergleich zu herkömmlichen Reinigungsmethoden nur sehr geringe Mengen an Wasser.

FP: Ich habe mich den kritischen Phasen persönlich gewidmet und unterstützt, und auch wenn manche Entscheidungen getroffen werden mussten, die dazu geführt haben, dass sich die Entwicklung verzögerte, hat uns das Endresultat überzeugt und befriedigt. Diese kritischen Momente zu bewältigen hat uns die Lösungsfindung erst ermöglicht. Mit Sicherheit war auch eine der schwierigsten Entscheidungen meinerseits, an welchem Standort Moppy produziert werden sollte: in Italiein oder mit einem asiatischen Partner. Ich bin sehr froh darüber, dass er hier in Italien produziert wird von Personen die genauso an dieses Produkt glauben wie ich selber. Die gefundene Lösungen erlauben es uns, das Produkt zu einem adäquaten Preis gemessen an der Innovationsfähigkeit auf dem Markt anzubieten. Und wir glauben nicht, dass der ökonomische Vorteil aufgrund einer „nicht italienischen“ Produktion für den Konsumenten einen Unterschied gemacht hätte.

Im Gegenteil, die Vorteile einer italienischen Produktion sind evident: die Flexibilität in der Produktion und der soziale und ökologische Vorteil.

4. Was erwarten Sie von diesem Produkt?

FP: Dass der Name eine Synonym für einen bestimmte Produktkategorie wird so wie Vaporella und Vaporetto. Mir würde es gefallen, wenn man eines Tages, in ein paar Jahren, sagt, ich nehm‘ jetzt mal den Moppy, selbst wenn er von einer anderen Marke wäre. Moppy ist ein Produkt, das es bis heute nicht gab. Es ist kein traditioneller Dampfbesen, noch ist es ein Wischmop, der Reinigungsmittel benötigt. Es ist schlicht “Moppy”. Ich halte es für ein Produkt, das genau zu unserer Vision passt. Vor kurzer Zeit war in einem Stadtviertel in Como die Leitungswasserversorgung unterbrochen. Ich habe ein paar Kommentare in den social media gelesen, die besagten, dass die Wassermenge, die an die Bewohner verteilt wurde, nicht ausreiche, um alle Anwendungen, für die man täglich Wasser benötigt, wie Kochen oder Waschen, auszuführen. –Z.B. zum Reinigen von Fußböden mit Putzeimer und Wischmop benötigt man ca. 5 Liter Wasser. Der Gedanke, der mir kam, war, wie viel Wasser man zum Aufwischen von Fußböden benötigt und dass dies ein unnötiger Gebrauch einer immer wichtigeren und rarer werdenden Ressource ist. Moppy verbraucht verschwindet geringe Mengen an Energien im Vergleich zu diesem Wasserverbrauch. Moppy ist hingegen eine Antwort darauf, wie man Ressourcen schonend nutzen kann und schützen kann.

SC: wenn man ein neues technisches Produkt entwickelt, gibt es zwei Risiken: entweder man entwickelt ein Projekt/Produkt, das vom technischen Standpunkt sehr interessant ist, aber wenig effizient oder man riskiert auf der momentanen Modewelle mitzuschwimmen.
Schon immer war es Ziel unserer Firma, Produkte zu entwickeln, die tatsächlich von unseren Kunden genutzt werden, so dass dieser sagen kann: das ist genau das richtige Produkt für mich, ich brauche es und es ist nützlich.

wenn man ein neues technisches Produkt entwickelt, gibt es zwei Risiken: entweder man entwickelt ein Projekt/Produkt, das vom technischen Standpunkt sehr interessant ist, aber wenig effizient oder man riskiert auf der momentanen Modewelle mitzuschwimmen.
Schon immer war es Ziel unserer Firma, Produkte zu entwickeln, die tatsächlich von unseren Kunden genutzt werden, so dass dieser sagen kann: das ist genau das richtige Produkt für mich, ich brauche es und es ist nützlich.

5. Moppy in den Händen von ….
Wem würden Sie das Produkt ausprobieren lassen (Celebrity, Influencer, Familienangehörige) und warum?

FP: Chiara Ferragni und Fedez, weil, wie eine Handtasche, kann Moppy als ein Fashion Objekt angesehen werden kann. Und haben sie nicht gerade ein Kind bekommen? Sie brauchen ihn wirklich. Ein anderes Paar, die ich es ausprobieren lassen würde, wäre Barack und Michelle Obama, weil – aus ganz egoistischen Gründen- würde ich sie gerne persönlich kennenlernen wegen ihres Engagements für einige Themen, auf die auch wir viel Wert legen (z.B. in Umweltfragen).

SC: Meine Mutter, alle eigentlich…. . Mir macht es unglaublich Freude, wie die Kinder mit Moppy umgehen und sich dabei vergnügen.

FP: Moppy ist ein demokratisches Produkt. Jeder kann es benutzen, er ist nie beleidigt!

Lesen Sie mehr über Moppy und die neue Erfahrung der Reinheit.

Die ersten Prototypen von Moppy: